Aquarienwasser messen

Aquarienwasser messen leicht gemacht

Es gibt viele Gründe, dass du dein Aquarienwasser messen solltest. Du solltest dies sogar regelmäßig tun. Ein Grund ist, dass dein Leitungswasser nicht immer stabil ist. D.h. die Wasserwerke in deiner Umgebung beeinflussen die Wasserwerte um z.B. Keimbildung vorzubeugen oder ähnliches.

Ein weiterer Grund ist, dass deine Aquarieneinrichtung das Wasser beeinflusst. Dies kann sich über die Zeit verändern. Z.B. verliert Soil-Boden mit der Zeit seine Wirkung und säuert Wasser weniger stark an.

Der dritte Grund sind deine Aquarieninsassen. Sie vermehren sich, oder sterben an Stellen die nur schwer einsehbar sind und vergammeln eventuell ungesehen. Beides führt zu einer höheren Belastung deines Wassers mit Ammoniak, Nitrit und Nitrat.

Welche Wasserwerte musst du kontrollieren?

Da es mir darum geht dich bei der Haltung von gesunden Fischen zu unterstützen gehe ich nur auf die Wasserwerte ein, die für die Fischhaltung relevant sind. Wasserwerte für die erfolgreiche Zucht von Wasserpflanzen lasse ich außen vor.

Der PH Wert

Mit dem PH Wert wird ausgedrückt wie sauer oder basisch dein Wasser ist. Ein PH Wert von 7 wird als neutral bezeichnet. Wenn dein Wasser einen PH Wert von unter 7 hat, dann ist es sauer. Bei einem Wert von über 7 ist es basisch.

Die meisten Fische leben in einem Bereich von 6-8,5. Wenn du Fische kaufst, die einen hohen PH Wert benötigen und dein Wasser hat einen niedrigen PH Wert, dann werden sich deine Fisch nicht wohl fühlen. Neben Stress können auch Probleme mit ihren Organen auftreten.

Durch diese falsche Haltungsbedingung werden die Tiere krank oder anfälliger für stressbasierte Krankheiten wie z.B. Flossenfäule und Maulschimmel.

Du kannst nachträglich den PH Wert manipulieren, allerdings ist dies schwierig und es geht nie ganz ohne Schwankungen beim Wasserwechsel. Besser kommst du dabei weg, wenn du von Anfang an nur Fische kaufst, die sich in deinem Wasser wohlfühlen.

Den PH-Wert kannst du problemlos mit Teststreifen messen. Die Genauigkeit der Streifen ist vollkommen ausreichend. Natürlich bekommst du dafür auch Tropfentests.

Die Gesamthärte

Die Gesamthärte beschreibt die Menge der im Wasser gelösten Salze und Mineralien. Je nach Lebensraum sind Fische unterschiedliche Mengen davon gewöhnt.

Die Gesamthärte des Wassers beeinflusst den Osmosehaushalt deiner Fische. Eine Differenz an Mineralien und Salzen im Körper des Fisches zu seinem Aquarienwasser führt dazu, dass Wasser aus dem Fisch entweicht bzw. mehr Wasser versucht in den Fisch einzudringen.

Wenn dein Fisch von weichem Wasser in hartes Wasser gesetzt wird, dann kann er dehydrieren. Fische die an hartes Wasser gewöhnt sind und in weiches Wasser gesetzt werden laufen mit Wasser „voll“. Man geht heute davon aus, dass dies auch Ursache für die Bauchwassersucht sein kann.

Mit Chemie und Technik kann man das Wasser auf- oder entsalzen. Allerdings ist auch dies nicht ganz einfach. Auch hier ist es besser gleich für das Wasser passende Fische zu kaufen.

Die Gesamthärte wird in dGH angegeben. Du kannst sie mit den gängigen Teststreifen messen (siehe unten), oder mit einem Tropfentest.

Ammoniak, der schnelle Fischtot

Ammoniak sollte niemals in messbaren Mengen in deinem Aquarium vorkommen, den Ammoniak ist für deine Aquarieninsassen hoch giftig. Es entsteht durch die Ausscheidungen der Aquarieninsassen oder durch Zersetzungsprozesse, wenn der PH Wert in deinem Wasser über 7 ist. Wenn dein PH Wert unter 7 ist, dann entsteht ungiftiges Ammonium.

Bei einer Ammoniakvergiftung sterben deine Fische in Massen und in kürzester Zeit. Ammoniak messen bedeutet in der Regel nachträglich die Ursache für ein Fischsterben herausfinden zu wollen. Präventiv Ammoniak zu messen ist auf Grund der schnellen Wirkung nicht praktikabel.

Für die Messung ist es allerdings irrelevant ob es sich um Ammonium oder Ammoniak handelt. Man misst den Wert mit dem selben Tröpfchentest. Nur in Verbindung mit dem PH Wert kann man die Gefährlichkeit der Situation im Aquarium wirklich einschätzen.

Nitrit, die Gefahr bei nicht richtig eingefahrenen Aquarien

Nitrit ist gerade beim Einfahren von Aquarien immer wieder ein Thema. Im Aquarium wird Ammonium zu Nitrit und Nitrit zu Nitrat umgewandelt. Zuständig dafür sind Bakterien.

Dabei sind für die Verabreitung von Ammonium zu Nitrit andere Bakterien zuständig als für die Verarbeitung von Nitrit zu Nitrat.

Wenn nun am Anfang Ammonium in deinem Aquarium vorkommt vermehren sich die Bakterien, die Ammonium zu Nitrit umwandeln. Da sich die Bakterien sehr schnell vermehren beschleunigt sich die Umwandlung zu Nitrit explosionsartig.

Erst wenn Nitrit vorhanden ist, können sich auch die Bakterien vermehren, die Nitrit in Nitrat umwandeln. D.h. dieser Prozess ist am Anfang langsamer als die Erstellung von Nitrit. Dadurch kommt es zu dem gefährlichen Nitritpeak.

Erst wenn die Bakterien, die Nitrit in Nitrat umwandeln sich ebenfalls stark vermehrt haben, dann sinkt der Nitritwert in deinem Aquarium.

Dies ist der Grund warum du gerade am Anfang, beim Einlaufen deines Aquariums dein Aquarienwasser messen solltest. Du solltest erst Fische einsetzen, wenn du den Nitritpeak beobachten konntest und er vorbei ist.

Nitrit ist auch noch in sehr kleinen Dosen für deine Fische giftig. Je nach Fischart reagieren sie unterschiedlich empfindlich auf Nitrit. In einem gut eingelaufenen Aquarium ist kein Nitrit im Wasser zu messen.

Immer wenn du den Bakterienhaushalt deines Aquariums beeinflusst solltest du ebenfalls den Nitritwert kontrollieren. Filterwechsel und der Austausch von Bodengrund kann dazu führen, dass deine Anzahl an Bakterien so gering ist, dass es erneut zu einem Nitritpeak kommt. Hier hilft dann nur großzügiger Wasserwechsel bis der Nitritpeak vorbei ist.

Nitrit kann man sowohl mit Teststreifen als auch mit Testtropfen messen. Da der Tropfentest einige Zeit beansprucht bist du mit den Teststreifen hier wesentlich schneller.

Nitrat, das Endprodukt in vielen Aquarien

Die Bakterien in deinem Aquarium arbeiten Ammonium nur bis zum Nitrat auf. Nitrat dient wieder als Nahrung für deine Pflanzen. Allerdings verbrauchen in einem durchschnittlichen Aquarium die Pflanzen nur selten das komplette Nitrat.

Die gängigste Methode Nitrat zu entfernen ist der Wasserwechsel. Um den Rhythmus für den regelmäßigen Wasserwechsel ermitteln zu können musst du dein Wasser auf Nitrat testen.

Wenn der Nitratwert auf einen kritischen Wert zuläuft, dann solltest du das Wasser wechseln. Wenn du das Wasser zu häufig wechselst, dann beeinflusst du das biologische Gleichgewicht ebenfalls negativ. Darum ist es wichtig nicht einfach jede Woche zu wechseln, sondern in einem ermittelten Abstand. Das erspart auch deinen Fischen den Wechselstress.

Nitrat ist nur in höheren Dosen für deine Fische giftig.

Phosphat, manche Fische reagieren empfindlich darauf

Phosphat wird in der Regel ganz gut von den Pflanzen abgebaut. Viele Fische vertragen Phosphat auch in den üblichen Mengen recht gut, aber gerade z.B. Koi und Diskus-Wildfänge können empfindlich reagieren.

Ein zu hoher Phosphatwert zeigt sich oft auch durch ein überhandnehmen von Algen. Phosphat kann man nicht nicht mit Teststreifen messen, sondern nur mit Tröpfchentests. Wenn du einen zu hohen Phosphatwert hast, dann kommt das häufig durch zu viel Futter oder Überdüngung.

Kupfer, für manche Welse und Garnelen tödlich

Wenn du in einem Haus mit Kupferleitungen wohnst, dann kann es sein, dass dein Leitungwasser schon mit Kupfer vorbelastet ist. Du kannst das Kupfer mit Hilfe von Wasseraufbereitern entfernen.

Sollte dein Leitungswasser frei von Kupfer sein, aber dein Aquariumwasser Kupfer enthalten, dann kommt dies durch kupferhaltige Einrichtungsgegenstände oder die Zugabe von Medikamenten. Die meisten Medikamente, die nicht für Garnelen, Krebse und Schnecken verwendet werden dürfen, enthalten Kupfer.

Kupfer ist ein Metall und schwerer als Wasser. Es setzt sich dadurch vor allem auf dem Boden ab. Wenn du Kupfer aus deinem Aquarium entfernen möchtest, dann saugst du am besten beim Wasserwechsel den Mulm mit ab.

Du kannst Kupfer mit einem Tröpfchentest nachweisen. Der Test dauert allerdings eine Weile. Im Normalfall sollte in deinem Aquarienwasser kein Kupfer messbar sein.

Welches Testkit benötigst du zum Aquarienwasser messen?

Bei den Testkits scheiden sich die Geister. Viele Aquarienprofis favorisieren die Tröpfchentests. Ich empfehle dir aber auch die Streifentests.

Die Tröpfchentests sind genauer und zuverlässiger, allerdings dauert Ihr Anwendung auch eine kleine Ewigkeit. Während du bei den Teststreifen das Ergebnis nach einer Minute vor dir liegen hast, kann das messen der gleichen Werte mit einem Tröpfchentests schon über eine halbe Stunde dauern.

Ich nutze die JBL PROSCAN Teststreifen. Diese Teststreifen werden mit Hilfe einer Handyapp und der Kamera im Handy ausgelesen und automatisch in einer kleinen Statistik gespeichert. Das ermöglicht es mir meine Werte historisch zu vergleichen. Mit diesem System habe ich meine 17 Aquarien in weniger als 30 Minuten gemessen.

JBL hat auch Teststreifen, die du selbst mit dem Auge auslesen musst. Im Vergleich zu den PROSCAN Streifen sind diese pro Streifen günstiger, da mehr Streifen in der Packung sind. Bei nur einem Aquarium würde ich auch die einfachen Steifen benutzen. Die Zeiteinsparung der PROSCAN Teststreifen ist allerdings bei einer großen Anzahl von Aquarien für mich entscheidend.

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Weiterhin besitze ich auch noch den JBL Tröpfchentestkoffer. Damit bin ich für alle Fälle ausgerüstet. Wenn du dir den Koffer sparen willst, dann kannst du dein Wasser im Zweifelsfall in einen guten Aquaristikladen bringen und dort testen lassen. Das funktioniert  natürlich nicht an Sonntagen oder Feiertagen. Den JBL Testkoffer gibt es in zwei Ausführungen. Mit dem kleinen Koffer kannst du alle Werte überprüfe, die du auch mit dem Teststreifen überprüfen kannst + Ammonium.

Der große Koffer lässt für die Fischhaltung keine Wünsche  offen. Hiermit kannst du aller Wasserwerte messen die du benötigst.

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Fazit

Wasser messen gehört zum Hobby dazu. Du solltest deinen Wasserwechsel mit Messungen einpegeln. Für regelmäßige Teste empfehle ich dir Teststreifen. Ich habe gute Erfahrung mit den Produkten von JBL gemacht. Wenn du Veränderungen an deinem Aquarium durchführst wie z.B. Filterwechsel, austauschen von Bodengrund und nach der Anwendung von Medikamenten, dann solltest du öfters messen um ungewollte Schwankungen im Nitrit und Nitrat abfangen zu können.